Der Spruch aus dem Film Wall Street "Mittagspause ist was für Schwächlinge", scheint eine neue Kultur in Durchschnittsunternehmen zu sein, die nicht erkannt haben, dass die
Arbeitnehmer das Herzstück des Unternehmens sind und dass
Wertschätzung das A und O ist. Im Vergleich hierzu gibt es "moderne Unternehmen", die die
Arbeitnehmer als Herzstück erkannt haben und alles dafür tun, um ihre
Kreativität und Motivation zu fördern und somit qualitativ hochwertige
Leistungen von ihren
Mitarbeitern, als Belohnung, erhalten.
Es gibt Softwareentwicklungsunternehmen in den USA, die ihren
Mitarbeitern frei stellen, wann sie ins Unternehmen kommen oder ob sie an diesem Tag lieber zu Hause bleiben und ggf. von zu Hause arbeiten, wenn sie eine inspirierende Idee haben. Im Unternehmen gibt es Ruheräume, Fitnessräume und Spielräume, die jeder zu jeder Zeit nutzen kann, um zwischendurch völlig abzuschalten und neue Energie und
Kreativität zu tanken. Außerdem gibt es täglich frisches Essen mit viel Obst und Gemüse und sonstigen täglichen kleinen Boni. Überhaupt bietet das Unternehmen seinen
Mitarbeitern allhand sontige Vergünstigungen des alltäglichen Lebens. Aus diesem Grund ist der Andrang von Bewerbern bei diesem Unternehmen sehr groß, da sich natürlich jeder in einer solchen Atmosphäre bewegen und einbringen möchte. Natürlich ist das nicht in jedem Unternehmen verwirklichbar, aber ein Stück in diese Richtung käme der geforderten
Wertschätzung, wenigstens etwas entgegen.
Der wertgeschätze
Mitarbeiter entwickelt ein starkes positives Gefühl für sich und sein Umfeld und ist zu neuen Entwicklungen, persönlich wie auch betrieblich, in der Lage. Der frustrierte
Mitarbeiter, der nur seinen Dienst ableistet, ist nicht zur
Kreativität und Neuentwicklungen in der Lage. Der Betrieb plätschert vor sich hin und die Produktivität und
Leistung der
Mitarbeiter, wird oft durch Verbreitung von Angst, aufrechterhalten oder zu steigern versucht.
Der allgemeine Trend scheint nämlich dahin zu gehen, sich die Errungenschaften früherer
Arbeitnehmerkämpfe für soziale und menschliche Bedigungen bei der Arbeit, nach und nach nehmen zu lassen. So gehört auch eine Mittagspause zum wichtigen Bestandteil des menschlichen Lebens und als Quell für neue Motivation und Inspiration.
Mit dem 1. Mai, dem Tag der Arbeit und benannt nach dem Tag der
Arbeiterkampfbewegung, ausgelöst durch die Rede von August Spies am 1.Mai 1886, steht dieser Tag für das Engagement der
Arbeitnehmer, für bessere und menschlichere Bedingungen bei der Arbeit. Aber schon in den 1830er Jahren forderte Robert Owen, Sozialreformer und selbst Unternehmer, den 8-Stunden-Tag bei der Arbeit und gestaltete hiermit eine der ältesten Forderungen der
Arbeiterbewegungen. Acht Stunden Arbeit, acht Stunden Schlaf und acht Stunden Freizeit und
Muße. Die SPD strebte gar in ihrem Berliner Grundsatzprogramm von 1989 in der 1998 überarbeiteten Version, den sechsstündigen Arbeitstag in der 30-Stunden-Woche als Regel an, sowie eine humane Gestaltung der Arbeitswelt, so dass die
Arbeitnehmer darin nicht verchlissen werden. Der Kampf für bessere Bedingungen bei der Arbeit, den die
Arbeiterbewegungen geführt hatten, hat sich im heutigen Deutschland in Form des Arbeitsschutzgesetzes, Arbeitssicherheitsgesetzes, Arbeitszeitgesetzes usw... mit Verordnungen und Regeln niedergeschlagen.

Allein aus Respekt den Kämpfern für menschlichere Arbeitsbedingungen gegenüber, sind heutige
Arbeitnehmer verpflichtet, sich für den Erhalt der sozialen Errungenschaften bei der Arbeit, einzusetzen. Im Soog der Globalisierung besteht die Gefahr, dass alle Errungenschaften der
Arbeitnehmer für bessere Arbeitsbedingungen wieder aus der Hand gegeben werden. Mit den Kostenargumenten und Hinweis auf ausländische Billigproduktionen, werden die Arbeitneher gefügig gemacht, um mit ihren Zugeständnissen, die Gewinnmaximierung des Kapitals zu sichern.
Aktuellen Umfragen zufolge, verzichten derzeit so viele
Arbeitnehmer wie noch nie, auf ihre wohlverdiente Mittagspause. Oft sei es so, dass noch schnell Termine abgearbeitet werden müssten, Meetings nicht zu unterbrechen seien und Tagesarbeitspläne so voll seien, dass diese keine Unterbrechungen zuließen. Psychologen zufolge bringe dieses Verhalten im Moment des Verzichtes möglicherweise eine geringe Ersparnis an Zeit, aber auf lange Sicht werden die
Arbeitnehmer in die Überforderung gedrängt. Die Folgen sind heute schon hinreichend bekannt und werden für die Zukunft in noch größerem Ausmaße erwartet. Hierunter fallen die zunehmenden körperlichen Beschwerden, die ihre Ursache in der mentalen Überforderung haben und einer zunehmenden Somatisierungstendenz unterliegen. Ebenso mündet die zunehmende Überforderung zum Ausbrennen der eigenen Körperenergie, bis hin zur
Depression.
Die richtige Auszeit am
Arbeitsplatz sehe so aus, dass man eine gute halbe Stunde essen sollte, danach bei Tageslicht einen kleinen Spaziergang von rund zwanzig Minuten machen sollte und zum Abschluss noch gut fünf Minuten für sich alleine die Seele baumeln lassen sollte, so Experten für Lebensbedingungen. Genügend Studien zeigen, dass ausgeruhte, entspannte, wertgeschätzte
Mitarbeiter produktiver sind als andere. Nach Ergebnissen der Harvard-Universität Boston, steigere ein Nickerchen am
Arbeitsplatz, von zehn- bis fünfzehn Minuten, die Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit deutlich.
Als Ausblick bleibt abzuwarten, wie sich der Fachkräftemangel auf die Zukunft
Arbeitnehmer, im Hinblick auf ihre
Wertschätzung und ihre Arbeitsbedingungen, in Deutschland auswirken wird.