Nach Angaben der World Health Organisation (
WHO) leiden derzeit ~ 5 Millionen Menschen in Deutschland an einer
Depression. Tendenz steigend. Spätestens im Jahr 2030, so die Schätzungen der
WHO, werde die
Depression als
Volkskrankheit Nr.1, die bisher vorherrschenden Herz-Kreislauferkrankungen, ablösen
(Rheinpfalz Nr. 88, Thomas Magenheim). Die Ursachen seien vielschichtig. Gestiegene Anforderungen im privaten, wie im beruflichen Bereich, vor dem Hintergrund der
Globalisierung und sich erheblich verändernder Familien- und
Wertestrukturen.
Klassisch erscheine die
Depression unter dem Bild von innerer Leere, Freudlosigkeit, Interessenverlust, Sinnlosigkeit, Antriebslosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Libidoverlust, Suizidgedanken.......usw. Frauen und Männer können sich in der Symptomausprägung aber unterscheiden. Bei Männern könne auch erhöhte Risikobereitschaft, gesteigerte Aggressivität, erhöhte Reizbarkeit, antisoziales- oder süchtiges Verhalten, ständig erhöhtes
Arbeitsvolumen und vorgeschobene Geschäftigkeit auf eine
Depression hinweisen. Nach Prognose der
WHO, sei mit einer deutlichen Zunahme der Zahl der Erkrankten, für die nächsten Jahre zu rechnen.
Die Depression werde sich wohl zur
Volkskrankheit Nr. 1 entwicklen, befürchtet die
WHO. Die
Depression stelle eine soziale und wirtschaftliche Zeitbombe dar. Dies gelte für die eurpäische Region, aber auf längere Sicht auch für die ganze globalisierte Welt. U. a. seien als Ursachen zunehmende
Arbeitsverdichtungen und Rationalisierungen mit
hohem Stressfaktor für den Einzelnen, im Rahmen der
Globalisierung zu nennen. Im Zuge dieser Veränderungen, fänden auch Veränderungen bei den
Familen- und
Wertestrukturen statt, die dem Leben wie es vorher bekannt gewesen sei, die Basis entziehe. Immer mehr Menschen irrten auf der Suche nach neuen privaten und persönlichen Strukturen umher (s.
Patchworkfamilie). Da immer mehr an der Stellschraube "Kostenfaktor" gedreht werde, bleibe immer weniger Spielraum und Zeit für eine entspannte Entfaltung des menschlichen Daseins. Die zunehmende
Arbeit werde wohl auch in Zukunft durch den hohen Kostendruck und die Gewinnerwartungen, auf weniger Schultern verteilt werden. Die Last die auf jedem Einzelnen ruhe werde wohl weiter ansteigen (
s. wenn Arbeit krank macht). Hier müsse dringed gegengesteuert werden, um ein Menschendasein mit menschlichem Gesicht zu bewahren. Da zunehmend auch die entferntesten Ecken der Erde durch die Industrie mit ihrer Ausbeutung der Resourcen erreicht werden, sei zu befürchten, dass die westlichen Zivilisationskrankheiten nach und nach auch bis zum letzten natürlich lebenden Volk der Erde getragen werden (
wie ist die Welt in der wir leben ?).
Psychische Erkrankungen galten früher und zu einem großen Teil heute noch, gesellschaftlich als Tabuthema. Doch vor den ernüchternden Zahlen der Statistiken der Krankenkassen, die jährlich veröffentlicht werden, über die stetig zunehmende Zahl der psychischen Erkrankungen in der Bevölkerung, können die Augen weder von politischer oder wirtschaftlicher, noch von gesellschaftlicher Seite, verschlossen bleiben. Großkonzerne, namentlich Allianz und Telekom, hätten die Zeichen der Zeit erkannt und die Realität angenommen und seien sich ihrer Schlüsselrolle, die die
Arbeitgeber spielen bewusst geworden. Die
Arbeitnehmer sind nun einmal das Kapital des Unternehmens und bei zunehmendem Fachkräftemangel, komme nun gezwungenermaßen ein Umdenken der
Arbeitgeber ins Spiel. Die
Arbeitgeber könnten durch
arbeitnehmerfreundlichere Rahmenbedingungen und eine neue Wertschätzung, wesentlich zur Vorbeugung (
Prävention) von psychischen Erkrankungen beitragen. Natürlich komme das Umdenken der Konzerne nicht aus Menschlichkeit, sondern sei vielmehr den volkswirtschaftllichen Kosten, die die psychischen Erkrankungen der
Arbeitneher verursachten, geschuldet.