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Menschen mit Herzerkrankungen wie KHK u. Herzschwäche können von Sport profitieren

Menschen mit Herzerkrankungen wie KHK u. Herzschwäche  können von Sport profitieren Bildurheber: © sunny33/PIXELIO www.pixelio.de
KHK, Herzschwäche ........ und Ausdauersport ...... und sogar Kraftsport

Nicht nur bei Übergewicht und Diabetes usw., auch bei der koronaren Herzkrankheit (KHK) ist regelmäßige körperliche Aktivität (s.Effekte des Sports bei chron. Erkankungen) ein kausales Therapieprinzip. Allerdings wirke es nur bei langfristiger Anwendung und hoher Compliance (Bereischaft zur Mitarbeit).
Aber:
Ohne ärztliche Führung zu Beginn der Therapie könne die Infarktgefahr erhöht sein.

Es gebe kaum eine Therapie, deren Wirksamkeit besser untersucht sei als Sport (v.a. Ausdauersport; s. Laufen u. Gesundheit) in der Sekundärprävention (Vorbeugung nach einem Ereignis) von kardialen Erkrankungen. Überhaupt werde Sport in der Prävention von vielen Erkrankungen, ein hoher Stellenwert beigemessen. Aus einer großen Zahl von Beobachtungs- und Interventionsstudien gehe hervor, dass erhöhte körperliche Aktivität sowohl das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen als auch die Sterblichkeit senke. Wer regelmäßig etwas Sport treibe (s. Sporttherapie), habe gegenüber Sofahockern eine um 30 bis 40% geringere Wahrscheinlichkeit, an Herzproblemen zu versterben.
Aber auch eine adäquate Ernährung sollte hierbei unbedingt berücksichtigt werden (s. Ernährungsplan).
Körperliche Aktivität stelle eine multifaktorielle Intervention in die Prozesse des Körpers dar. Sport bzw. Aktivität entfalte die günstige Wirkung über vielfältige Mechanismen.  Die Muskulatur als größtes Stoffwechselorgan sei bei Aktivität wesentliche an den körperlichen Interaktionen beteiligt. Aktivität entfaltet positive Effekte auf den Kohlenhydratstoffwechsel, Lipidmetabolismus und auf die Plättchenfunktion. Aus dem Knochenmark werden Stammzellen mobilisiert, die das Kollateralwachstum von Koronargefäßen anregen. Im Gefäßendothel führt die regelmäßige Kreislaufaktivierung zur vermehrten Produktion von NO (Stickstoffmonooxid). Dadurch würden die  atherosklerotisch veränderten  Gefäße wieder die Fähigkeit erlangen,  auf steigende Belastungen mit einer Dilatation (Erweiterung) reagieren zu können und den Skelett- oder Herzmuskel mit mehr Blut und damit Sauerstoff  versorgen zu können. Ein nur vierwöchiges Ausdauertraining könne die bei KHK massiv gestörte Endothelfunktion (Gefäßinnenauskleidung) dramatisch verbessern.

Sport und körperliche Aktivität rücke aber auch bei Menschen mit Herzschwäche (Herzinsuffizienz) immer mehr in den Fokus. Gezieltes und adäquates Ausdauertraining erhöhe das Wohlbefinden der Menschen mit Herzschwäche. Aus Studien ginge hervor, dass das Ausdauertraining für die Menschen mit Herzschwäche sicher sei. Herzschwäche könne sich entwickeln als Folge einer speziellen Herzerkrankung oder im Zuge von verschiedenen allgemeinen Erkrankungen und Ereignissen.

Aber auch Krafttraining sei für Menschen mit Herzerkrankungen möglich. Voraussetzungen für Kraftsport seien jedoch nur ein Beschwerdestadium NYHA I + II. Es sollten im Vorfeld keinerlei Beschwerden  und auch keine Herzryhtmusstörungen vorliegen. Kraftsport sei verboten bei einer hypertrophen Kardiomyopathie (HCM), bei der der Herzmuskel deutlich verdickt sei und die Pumpleistung deutlich eingeschränkt sein könne (
MMW online - 26-05-2010).



Sport könne Arteriosklerose vorbeugen und sogar aufhalten !

Mit Ausdauersport, aber auch mit Kraftsport (nur unter bestimmten Voraussetzungen für Herzkranke !) könne es gelingen, die Arterioskleroseentstehung auf einer frühen Stufe aufzuhalten. Der Effekt ist nicht viel geringer als der eines Statins (Cholesterinsenkers). Doch Sport kostet so gut wie nichts und ist relativ einfach auszuführen. Im Gegensatz zu den besonders in Deutschland so beliebten perkutanen (Zugang in der Leiste oder Armbeuge) Interventionen (Herzkatheter) an den Koronarien (Herzkranzgefäßen) stellt regelmäßige körperliche Aktivität daher eine kausale Therapie dar, die im gesamten Gefäßbaum der Atherosklerose vorbeugt. Ein Kathetereingriff dagegen wirke nur sehr lokal an der Stelle der engsten Stenose (Verengung). Er sei sicherlich unverzichtbar bei einem akuten Koronarsyndrom mit Verschluss oder starker Verengung eines Gefäßes. Aber bei stabiler KHK (Koronarer Herzerkrankung) sei der allzuofte Kathetereinsatz  sicherlich  kritisch zu hinterfragen.


Eine Studie des Leipziger Herzzentrums hat Sport und den perkutanen Herzkathetereingriff bei stabilen KHK-Patienten verglichen. Die Ergebnisse würden zeigen, dass vier halbstündige Ausdauertrainingseinheiten pro Woche dem lokalen Hightech-Eingriff deutlich überlegen seien und womöglich für die Zukunft auch weiterhin überlegen sein könnten !

Eine weitere Studie über einen längeren Beobachtungszeitraum,  mit stabilen KHK-Patienten (MMW, 2009, Nr. 47) habe  dieses o.g. Ergebnis bestätigt. Denn neben einer optimalen medikamentösen Therapie in beiden Gruppen, hätten die Ausdauersporttreibenden ohne Stent-Eingriff ein höheres ereignisfreies Überleben als die Nichtsporttreibenden mit Stent-Eingriff gehabt  (88 vs. 70%) !

Vor Trainingsbeginn jeden Herzpatienten gründlich kardiologisch abklären !

Während langfristiges, regelmäßiges Training (Ausdauertraining; s. Laufen u. Gesundheit) bei KHK-Patienten kardioprotektiv wirke, also das Herz schützen könne, könnten starke Anstrengungen auch einen Herzinfarkt auslösen. Um das Risiko von kardialen Ereignissen bei körperlichen Anstrengungen zu minimieren, sollten zuvor ärztliche (kardiologische) Untersuchungen  erfolgen.
Den Trainingsanfang mache man durch eine gründliche kardiologische Abklärung (Belastungs-EKG, Herzultraschall, Labor) vor den ersten Übungseinheiten und durch ein risikoadaptiertes, kontrolliertes Training.
Menschen mit niedrigem Risiko könnten ohne große Einschränkungen sportliche Aktivitäten aufnehmen. Alles an Sport (Ausdauer- u. Kraftsport !) sei erlaubt, mit Ausnahme von intensivem Wettkampfsport.
In diese o.g.  Gruppe mit niedrigem Risiko würden Menschen  A. mit gut erhaltener Pumpfunktion (EF über 50%), B. mit altersentsprechender Belastungskapazität, C. ohne Rhythmusstörungen oder Ischämien, D. ohne hämodynamisch wirksame Koronarstenosen, E. nach erfolgreicher koronarer Revaskularisation, fallen.

Die Menschen mit erhöhtem Risiko erhalten die Empfehlung für moderates aerobes Training niedriger Intensität (leichtes Ausdauertraining)zunächst unter Überwachung und möglichst im Rahmen eines strukturierten Reha-Programms unter Begleitung von fachkundigen Personen. Ganz auf Sport verzichten sollten aber auch Risikopatienten nicht. Selbst Patienten mit schwerer Pumpschwäche würden signifikant von einem individuellen aeroben Ausdauertraining profitieren.

Im Ergebnis kann Bewegung, adäquate Ernährung und der Rauchverzicht als beste Prävention angesehen werden, um bestimmte Herzerkrankungen erst gar nicht entstehen zu lassen.




Bild Herzkartoffel, Bildquelle: © sunny33/PIXELIO www.pixelio.de
Textquellen: MMW-Fortschr. Med. Nr. 47 / 2009 (151. Jg.);
MMW-Fortschr. Med. Nr. 39 / 2005
MMW online - 26-05-2010


 
Letzte Änderung am Sonntag, 01 Dezember 2013 19:32

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