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Was ist das für eine Welt in der man es ohne Antidepressiva und Verhaltenstraining nicht schafft zu leben?

Was ist das für eine Welt in der man es ohne Antidepressiva und Verhaltenstraining nicht schafft zu leben? Bildurheber: © Albrecht-E.-Arnold/PIXELIO` www.pixelio.de
Die Welt scheint  sich durch die Globalisierung immer schneller zu drehen. Leistung steht scheinbar (?!) nur noch im Vordergrund. Menschen werden nur noch nach ihrer Leistung bewertet und nicht nach ihrem Wesen. Menschen haben aufgrund ihrer Existenz einen Wert und sollten nicht nur nach ihrer Leistung bewertet werden. Alle Lebensbereiche sind auf Leistung ausgerichtet. Ist die Ideologie der Leistung, etwa unsere neue Religion? Stimmt es was Nietzsche behauptet hat, dass Gott tot ist und wir ihn getötet haben, weil wir uns von ihm abgewendet und einem neuen Gott zugewendet haben? Ist Geld und Rendite unser neuer Gott?  Die Kindererziehung ist beherrscht von der Perfektion und dem Anspruch, die leistungsfähigsten Kinder aufzuziehen, die sich in einer Leistungswelt behaupten können. Wo ist Zeit und Raum, um den Kindern  Persönlichkeitsentwicklung zuzugestehen?  Wo ist noch Raum für Andersheit und der Respekt des Anderen?
Wir sind auf dem Weg, uns immer weiter von uns selbst weg zu entwickeln.  Gefühlt,  hinkt unsere Seele schon lange der modernen Welt hinterher. Die Seele ist weit hinter unseren Geräten und Produkten zurück, in einer Maschinenwelt voller Asynchronität zum Menschen (Günther Anders; Die Antiquiertheit des Menschen).

 

Leistung um jeden Preis?  ...Wo bleibt der Mensch?

In zunehmendem Umfang werden allerlei Pillen im Alltag (Glückspillen zum Funktioneren, Pillen zum Schlafen, zum Wachbleiben, zur Leistungssteigerung, zum Abnehmen, zum Zunehmen, zum Wohlfühlen, zur Stimmungsaufhellung, gegen Schmerzen, gegen hohen Blutdruck, gegen niedriegen Blutdruck, gegen hohe Fettwerte...), verschiedenster Art für alle Lebensbereiche, von Menschen eingenommen, die eine Verbesserung ihres derzeitigen Zustandes erwarten oder denen gar eine Notwendigkeit der Pilleneinnahme suggeriert wird. Sei es, dass die Pillen von Ärzten verordnet werden oder dass die Menschen selbst zur Pille greifen, um sich die versprochenen Eigenschaften, die die Pille vorspiegelt, zu eigen zu machen. Aber können die Psychopillen auch das halten, was sie versprechen ? Oder stecken auch andere Interessen an der weiten Verbreitung der Psychopharmaka dahinter ? Eine Art verordnete Aufhellung des oft trüben Alltags. Eine Gefügigmachung zur Leistungserbringung und zum Jasagen. Dunkle Wolken einer Maschinenwelt, die uns überschatten (s. wenn Arbeit krank macht).
Der Preis der Globalisierung, die uns unentwegt schneller und schneller in ihrem Sog mitreißt. Ein aktueller Gesundheitsreport der Technikerkrankenkasse (TK) Rheinland-Pfalz lege offen, dass berufstätigen Rheinlandpfälzern immer mehr Antidepressiva verordnet würden. Seit dem Jahr 2000 hätten sich die Antidepressivaverordnungen mehr als verdoppelt. Statistisch gesehen habe so jeder Berufstätige in Rheinland-Pfalz im Jahr 2009 für 8,6 Tage Stimmungsaufheller in Form von Antidepressiva erhalten. Die Beschäftigten in Bayern hätten statistisch die meisten Antidepressivaverordnungen, mit 8,9 Tagen pro Berufstätigem für das Jahr 2009 (Meldung Rheinpfalz Nr. 191, 2010-8-19).
 
Aber nicht nur Pillen sollen helfen die unangenehmen und zunehmend unnatürlicheren Veränderungen in der Welt besser zu sehen als sie sind, auch Psychotherapien die das Verhalten und das Anpassen (v.a. Verhaltenstherapie) an eine entfremdete Welt fördern sollen, nehmen mehr und mehr zu. Die Menschen sollen von ihrer Persönlichkeit und ihrer Leistungsfähigkeit her, so aufgepeppt und moduliert werden, dass sie in der modernen Welt mit all den Überforderungen, den Kampf um´s Überleben und Dasein bestehen können und das am besten auch noch "gut gelaunt" ! Ist dies nicht ein Missbrauch und eine Entfremdung der ursprünglichen Psychologie, die eine menschliche und oft frühkindliche Fehlentwicklung (siehe enorme Bedeutung der  Kindheit) mit Psychopharmaka und Verhaltenstherapie verbessern wollte. Stattdessen will die neue "positive Psychologie" die Mittel "Psychopharmaka und Verhaltenstherapie" für Alle. So entsteht eine neue Gesellschaft, die sich immer weiter von ihren Ursprüngen entfernt. Menschen greifen wie selbstverständlich zu Psychopharmaka, weil es zum "normalen", offiziell anerkannten Modus geworden ist, wie wenn man sich die Schuhe anzieht. Menschen tauchen immmer weiter in eine selbst geschaffene Welt aus Schein und Technik die eigentlich niemand braucht und lösen sich mehr und mehr von der Natur, dem gesunden Menschenverstand und dem Gefühl für sich selbst.
Man braucht zunehmend Andere, die einem sagen, wie man sich fühlt und wie man leben soll. Ist dies nicht ein Eingriff in die Evolution, die der Mensch damit forciert ? Dies ist natürlich Stoff für ethische Diskussionen. Außerdem haben unsere Emotionen und Stimmungen einen Ursprung in Erfahrungen und einen natürlichen Sinn, den es zu deuten gilt. Gefühle, Ängste....Sehnsüchte.... usw. sind doch Signale für uns, von denen wir Erkenntnisse gewinnen können und selbst Aktionen und Reaktionen ableiten können. Die Erfahrungen prägen uns und formen unsere Persönlichkeit und unseren Charakter mit. So entstehen menschliche "Originale", wie auch immer geprägt, oft rauh mit Kanten und Ecken. Einfach eine Pille nehmen würde uns doch einer möglichen und strukturell wichtigen Persönlichkeitsentwicklung berauben. Einfach eine Pille und weiter... ! "Yes we can ! ... NEIN ! ... So züchtet man sich Menschen, die losgelöst von ihren Erfahrungen leben und trotz einem dem Leben typischen Auf und Ab, immer glücklich sein sollen. Immer nach vorne, immer weiter, immer mehr und konsumieren was das Zeug hält. Masken ohne Persönlichkeit. In Sinne von "yes we can". Immer und zu jeder Zeit. Aber was bedeutet denn glücklich zu sein. Das kleine innere Glück, alles zu haben was man wirklich braucht und dies auch zu wissen. Glück sieht man oft erst, wenn etwas nicht mehr da ist, was man vorher hatte. Dies aber zu dem betreffenden Zeitpunkt nicht erkenen konnte. Die Zufälle und Ereignisse, die das Leben erst so mit entwickelt haben. Natürlich gehört dazu, diese Zusammenhänge erkennen zu können und Dankbarkeit und Demut zu zeigen. Zufrieden zu sein, mit den elementaren Dingen im Leben. Sich nicht mehr so wichtig nehmen, sich zurücknehmen, loslassen und auch fallenlassen. Finder und Weise kehren mit den Jahren der Reife zu Dingen der Kindheit zurück und beschäftigen sich wieder mit sich und den Beziehungen zur Welt um sich herum. Aber den meisten bleibt der Weg zu sich selbst und zu ihrem Inneren verschlossen und sie irren ein Leben lang umher, auf der Suche nach Dingen, die sie nicht brauchen und die sie nicht zu sich selbst führen (H. Hesse). Mehr Zeit mit der Familie verbringen und mehr Zeit in der Natur erleben (s. Effekte eines Waldspazierganges). Nehmen wir das Beispiel Doping im Sport.

Hier regen sich alle auf. Wieso ? Wir sollen im Alltag doch alle dopen um mehr Leistung zu erbringen und dies auch noch besser gelaunt als bisher. Also was soll die Heuchelei ? Doping an Schule und Universität zur geistigen Leistungssteigerung findet doch schon seit einiger Zeit statt. In den USA z.B., so ist in meheren Berichten zu lesen, ist die Einnahme des Medikamentes RITALIN, das normalerweise für Kinder mit ADHS-Störung verwendet wird, unter Studenten sehr verbreitet. Aber auch in Europa, in der Schweiz unter Medizinstudenten, sei RITALIN sehr begehrt. Hier geht es genauso um eine Vorteilsverschaffung wie im Sport. Im Sport ist der treibende Faktor das Geld. Im Beruf oder der Geschäftswelt doch auch. Macht und Geld sind die treibenden Kräfte. Es wird immer einen geben, der alles tut um zu gewinnen. Was denken Sie, was in der übrigen Welt stattfindet ? Auch hier regiert doch das Geld. Auch hier wird es immer einen geben, der für Geld und Macht alles tut, um sich Vorteile zu verschaffen. Wehren wir uns gegen das Doping im Alltag doch genauso wie gegen das Doping im Sport ! Fordern wir wieder einen natürlichen Umgang mit uns und unserer Umwelt. Unsere westliche Gesellschaft fördert, ja fordert aber gerade zu ein solches Verhalten, das wider die Natur gerichtet ist. Immer besser, weiter, schneller, im Sport wie im sonstigen Leben. Geld regiert die Welt, den Spruch kennt doch jeder. Aber er stimmt auch. Geld dh. Profite steigern und Kosten senken, ist doch der Leitspruch, das "Credo", in einer globalisierten Welt. Wer als Unternehmen nicht nach Indien zum Produzieren umsiedelt, muss in Deutschland den Betrieb schließen.
Die Kosten werden zu hoch und Arbeitnehmer zu teuer und müssten entlassen werden. Also wird weiter rationalisiert und verlagert. Immer weniger Arbeitnehmer müssen immer mehr Last stemmen. Aber woher die Kraft nehmen um die einen überrennende Last zu tragen ? Statistiken der Krankenkassen belegen die rapided Zunahme der psychischen Erkrankungen (v.a. Depressionen nehmen zu) und den damit verbundenen Kosten. Die Wirtschaftführer, die Konzerne befürchten ein sozioökonomisches Desaster, aufgrund der rapiden Zunahme der psychischen Erkrankungen (vornehmlich der Depression). Die Wissenschaft wird angehalten, mit aller Kraft an neuen Behandlungsstrategien gegen psychische Erkrankungen zu forschen, um der rasanten Entwicklung begegnen zu können. Hier kommen dann u.a. die Instrumente der positiven Psychologie ins Spiel. Pillen und kollektives Verhaltenstraining formt "neue" Menschen, denen dann wiederum noch mehr aufgeladen werden kann. Bekanntlich ist es ja auch nie genug. Wenn die Zielvorgabe erreicht wurde, wird weiter draufgepackt. Man rennt also immer den Vorgaben hinterher, die letztendlich nie ereicht werden können.
Hier ist Tür und Tor geöffent für Burn-Out und Depression. Denn man hat dadurch irgendwann das Gefühl, egalt was man tut, immer unzulänglich zu sein. Und dieses Gefühl der Unzulänglichkeit und das Fehlen der Wertschätzung und der Anerkennung, münden irgendwann in einer psychischen Erkrankung. Schließlich sitzen die Kosten im Nacken und Arbeitsplätze hängen auch daran, was als Druckmittel immer gut zieht. Ein Leben in dem es nur noch um Leistung geht, zwingt den Menschen entweder in eine Mitmachrolle oder in eine Rolle des Außenseiters. Deshalb auch der Vergleich: "Tour de France im globalisierten Leben". Denn Radfahrer die nicht dopen sagen, wer nicht mitmacht, der fährt weit hinterher. Genauso wird es im übrigen Leben sein. Wer nicht mitmacht und Pillen nimmt, der gehört zum gesellschaftlichen Aussatz. Zur Randgruppe. Zum menschlichen Müll.
Die Elite teilt sich die Welt auf. Diejenigen eine Ebene unter der Elite, kämpfen um die besten Jobs, und der Rest bildet die zuletzt genannten Außenseiter der Gesellschaft. Der Ruf des Geldes ist das größte Dopingmittel. Und der Zweck heiligt die Mittel, so scheint es und so sieht es auch die rückblickende Betrachtung der Geschichte. Die Entwicklung der positiven Psychologie, als das Gegenstück zu der Erforschung was die Psyche krank macht oder belastet, hat in den letzten Jahren rasant an Zuspruch gewonnen. Man möchte glücklichere und bessere Menschen, die in besseren Beziehungen leben, bessere Arbeiter und Nachbarn sind und in einer Welt leben in der alles heil ist. Eine heilsversprechende Welt also. Aber wieso fördert das amerikanische Militär die Entwicklung der positiven Psychologie zur Steigerung der psychischen Belastbarkeit der Soldaten, der Kampfpiloten ?
Warum braucht man noch Soldaten, wenn man eine heile Welt propagiert, in der alle glücklich sein sollen. Ist dies nicht eine Art neue Eugenik, um sich den brauchbareren Menschen zu schaffen, der funktionieren soll, wie sich das jemand wünscht und vorstellt. Und wer ist hinter all dem, dieser Jemand ? Wer hat einen Vorteil davon, wenn die Menschen "glücklich" ohne Ecken und Kanten sind, ohne "Originale" mehr, nur noch funktionieren ? Gibt es nicht genügend Negativbeispiele in der Geschichte, wo Konformität und blinder Gehorsam unter der Vorspiegelung "alles sei gut", in menschlichen Tragödien endete. Sind es nicht diejenigen wieder, die die Masse für ihre eigenen Interessen und Ziele einspannen, beeinflussen und sich am Ende aber selbst Eigensinn und Individualität für sich herausnehmen und für sich ein Menschsein bewahren ? Und wie steht es um unsere Natur, die wir immer mehr ausbeuten und mit immer mehr Schadstoffen belasten ?
Wir haben doch nur die eine Welt. Was geschieht wenn alles ausgebeutet ist ? Die Folgen der Umweltbelastung und zunehmenden Klimaerwärmung sind z.Zt. schon abzulesen. Überall wo man hinschaut Naturkatastrophen. Mit immer mehr und immer schneller, wird sich dies nicht lösen lassen. Aus der Krise herauskonsumieren. Sollten die Menschen sich nicht selbst zur Raison rufen und zufrieden sein mit einer gewissen annehmbaren Entwicklung !? Würde uns ein gewisser Müßiggang nicht guttun?  Entdecke die Langsamkeit zum Wohle von Körper und Geist und vielleicht auch der Gesellschaft, heißt es gar in mancher aktuellen Studie zur menschlichen Gesundheit, alterns und der Welt. Es bliebe mehr Zeit für den Umgang miteinander, für ein lächeln, einen freundlichen Blick und Liebe. Menschliches Leben lebt von Beziehungen. Wir sind keine Automaten und drohen doch im täglichen Einerlei zu versinken.  Zeit ist der kostbarste Faktor im Leben im Leben. Bedächtigkeit und Langsamkeit würden uns jung bleiben lassen, obwohl wir alt werden. "Carpe Diem" sei von den Römern mit Müßiggang und Muße gleichgesetzt worden. Heute sei daraus in unserer Leistungsgesellschaft ein "Befehl zur Tat" geworden, mit der wir u.a. unsere Erde auf der wir leben, immer schneller ruinieren (ZDF Sendung "Abenteuer Forschung" v. 2010-11-03).
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Letzte Änderung am Sonntag, 18 Mai 2014 21:24

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