Jede Verhaltenstherapie zielt darauf ab, neue Einstellungen und Verhaltensweisen zu erarbeiten, die eine bessere Lebensqualität ermöglichen. Man geht von einem lerngeschichtlichen Hintergrund aus. Die aktuelle Verhaltensweisen bzw. Fehlverhalten und Denkmuster stehen im Vordergrund.
Es wird versucht durch Erarbeitung und Einübung von neuen Lerninhalten und Verhaltenweisen, die ALTEN, außer Kraft zu setzen, zu überschreiben. Verhaltenstherapie ist somit die Gesamtheit aller therapeutischer Verfahren, die auf eine Veränderung des gegenwärtigen Verhaltens abzielen. Im Gegensatz zur Psychoanalyse ist die Aufdeckung von unbewussten, oft frühkindlichen seelischen Konflikten nicht die Hauptsache, sondern dient dem Verständnis dafür, wie das Fehlverhalten bzw. Fehllernen zustande kam, um dieses nun durch neues Lernen zu ersetzen. Die Verhaltenstherapie hat sich aus der Verhaltensforschung entwickelt, deren Grundsätze auch als Lerntheorien (klassische und operante Konditionierung) bekannt sind. Im Mittelpunkt der Verhaltenstherapie steht dabei die Modifikation des Verhaltens durch Prozesse wie Neulernen, Umlernen und Verlernen.